Vom ersten Kampagnen-Setup zur laufenden Steuerung: Welche Kennzahlen im ChatGPT Ads Manager wirklich zählen und wie wir unsere erste Kampagne für SEMSEO Solutions aufgebaut und ausgewertet haben.
Ihr habt eure ersten Kampagnen mit ChatGPT Ads bereits gestartet, die Zahlungsdaten hinterlegt und das Conversion-Tracking eingerichtet? Falls nicht, empfehle ich euch zunächst unseren vorherigen Artikel zum Setup von ChatGPT Ads. Dort erklären wir die Einrichtung Schritt für Schritt und gehen auch auf die technischen Details des Trackings ein.
Sobald die Kampagnen laufen, beginnt der nächste wichtige Schritt: das laufende Management und die gezielte Steuerung. Die grundsätzliche Struktur aus Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen ist bereits von anderen Werbeplattformen bekannt. Die Funktionsweise von ChatGPT Ads unterscheidet sich jedoch deutlich von der klassischen Suchmaschinenwerbung.
Statt starrer Keywords spielen Kontexthinweise, Gesprächssituationen und Nutzerabsichten eine zentrale Rolle. Daran muss man sich zunächst gewöhnen. In diesem Beitrag zeigen wir euch, wie wir unsere ersten ChatGPT-Ads-Kampagnen steuern, die wichtigsten Metriken auswerten und Anzeigen, Gebote sowie Budgets schrittweise optimieren.
Die wichtigsten Metriken im ChatGPT Ads Manager
Mit insgesamt 21 auswählbaren Spalten auf Kampagnenebene – auf Anzeigengruppen- und Anzeigenebene sind es weniger – fällt die Auswahl im ChatGPT Ads Manager derzeit noch recht überschaubar aus. Diese verteilen sich auf drei Bereiche: Einrichtung, Lieferung sowie Conversions und Ereignisse. Für die laufende Steuerung sind vor allem die Kennzahlen zu Auslieferung, Kosten und Conversions relevant.
Dazu gehören unter anderem folgende besonders wichtige Metriken:
- Impressionen: Zeigen, wie häufig die Anzeigen in ChatGPT ausgespielt wurden.
- Klicks und CTR: Geben Aufschluss darüber, wie oft Nutzer auf die Anzeigen klicken und wie relevant die Anzeigenbotschaft für sie erscheint.
- CPC: Zeigt die durchschnittlichen Kosten pro Anzeigenklick und hilft bei der Bewertung der Kosteneffizienz.
- Conversions: Erfasst die nach einem Anzeigenkontakt zugeordneten Zielhandlungen, beispielsweise Anfragen oder Bestellungen.
- Kosten pro Conversion und Post-Click-CVR: Zeigen, wie viel eine Zielhandlung kostet und welcher Anteil der Anzeigenklicks anschließend konvertiert.
- ROAS aus erstellten Bestellungen: Setzt den gemessenen Umsatz aus Bestellungen ins Verhältnis zu den Werbeausgaben und zeigt damit die wirtschaftliche Leistung der Kampagne.
Übersicht und Leistungstrend
Auch die grafische Übersicht im ChatGPT Ads Manager ist derzeit noch recht überschaubar. Im Leistungstrend lassen sich zentrale Kennzahlen wie Ausgaben, Impressionen, Klicks, CPC und Conversions für den ausgewählten Zeitraum darstellen. Zusätzlich können einzelne Kampagnen ausgewählt und die Ergebnisse teilweise segmentiert werden.
Im ersten Eindruck ist das durchaus etwas ernüchternd: Die Auswertungs- und Einstellungsmöglichkeiten sind bislang eher rudimentär und schlank gehalten. Umfangreiche Filter, flexible Diagramme und tiefere Segmentierungen, wie man sie von etablierten Werbeplattformen kennt, fehlen noch.
Ihr könnt in der Übersicht jeweils eine einzelne Metrik auswählen und im Diagramm anzeigen lassen. Die anderen Kennzahlen werden dabei ausgeblendet. Ein paralleler Vergleich mehrerer Metriken, wie er beispielsweise in Google Ads möglich ist, steht derzeit nicht zur Verfügung. Dadurch lassen sich Zusammenhänge zwischen Ausgaben, Klicks, CPC und Conversions nur eingeschränkt direkt im Leistungsverlauf analysieren.
Dabei darf allerdings nicht vergessen werden, dass sich der Ads Manager weiterhin in der Betaphase befindet. Für Anfänger und Einsteiger ist die reduzierte Oberfläche sogar von Vorteil: Die wichtigsten Zahlen sind schnell erkennbar und die Bedienung bleibt verständlich. Der Hype rund um ChatGPT Ads ist aufgrund des neuen Werbeumfelds nachvollziehbar – bei den Funktionen zur Analyse und Kampagnensteuerung besteht derzeit jedoch noch deutliches Entwicklungspotenzial.
So haben wir unsere erste Kampagne aufgebaut
Unsere erste ChatGPT-Ads-Kampagne für SEMSEO Solutions ist klassisch in drei Ebenen gegliedert:
- Kampagne — bildet den übergeordneten Rahmen. Hier werden unter anderem das Kampagnenziel, das Tagesbudget, die Laufzeit und die geografische Ausrichtung festgelegt.
- Anzeigengruppe — hier werden die Gebotsstrategie und die Kontexthinweise hinterlegt. Diese beschreiben, bei welchen Themen, Problemen und Gesprächssituationen unsere Leistungen relevant sein könnten.
- Anzeigen — innerhalb der Anzeigengruppe haben wir mehrere Anzeigenvarianten mit unterschiedlichen Botschaften und Zielseiten erstellt: eine allgemeine Anzeige für SEMSEO Solutions und eine speziell auf die SEO-Agentur München ausgerichtete Variante.
Der Aufbau erinnert zunächst an Google Ads. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in der Ausrichtung: Statt klassischer Keywords arbeiten ChatGPT Ads vor allem mit Kontexthinweisen, Gesprächssituationen und Nutzerabsichten.
Kampagne aufbauen
Der Kampagnenaufbau ist weitgehend selbsterklärend und nicht besonders komplex. Neben dem Kampagnennamen werden das Ziel, die Standorte – in unserem Fall Deutschland – und die gewünschten Plattformen festgelegt. Das Mindestbudget wird vom System vorgegeben. Mit einem Euro pro Tag lässt sich die Plattform also nicht einfach unverbindlich testen. Daher sollte man vorher realistisch überlegen, ob sich der Einsatz für das eigene Unternehmen lohnen kann.
Der logisch erste Schritt erfolgt jedoch bereits vor dem eigentlichen Kampagnenaufbau: Die gewünschten Conversion-Ereignisse müssen definiert und technisch eingerichtet werden. Das können beispielsweise Kontaktanfragen, Anrufe oder E-Mail-Klicks sein. Ohne klar festgelegte und korrekt erfasste Conversions fehlt dem System die Grundlage für eine zielgerichtete Optimierung – die Kampagne würde gewissermaßen ohne Kompass laufen.
Anzeigengruppe einrichten: exemplarisches Beispiel
Auch die Einrichtung der Anzeigengruppe ist auf den ersten Blick schlank und überschaubar. Als Gebotsstrategie stehen „Ergebnisse maximieren“ und der manuelle CPC zur Auswahl. Für unsere exemplarische SEMSEO-Anzeigengruppe haben wir passende Kontexthinweise aus Suchbegriffen und konkreten Phrasen hinterlegt, beispielsweise „SEO Agentur“, „Google-Rankings verbessern“, „Website erhält zu wenig Besucher“ oder „SEO-Agentur in Berlin gesucht“.
Gerade diese Kontexthinweise könnten über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Sie helfen dem System zu erkennen, in welchen Gesprächen und thematischen Zusammenhängen die Anzeige relevant sein kann. Da es sich nicht um klassische Exact-Match-Keywords handelt, empfiehlt sich eine Mischung aus Leistungen, Problemen und konkreten Suchabsichten.
Zwei Anzeigenvarianten im direkten Vergleich
Auf Anzeigenebene haben wir exemplarisch zwei Varianten erstellt. Eine Anzeige wurde bewusst weniger stark optimiert, während die zweite Variante eine klarere Ansprache und eine bessere inhaltliche Ausrichtung erhielt.
Die ersten Ergebnisse deuten damit darauf hin, dass die optimierte Gestaltung besser angenommen wird. Aufgrund der noch kleinen Datenbasis lässt sich daraus jedoch noch kein belastbarer Sieger ableiten. Der Vergleich zeigt aber schon jetzt, wie sinnvoll unterschiedliche Anzeigenvarianten für die weitere Optimierung sind.
Metriken auf Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigenebene
Auf der Kampagnenebene sehen wir zunächst die Gesamtleistung. Unsere SEMSEO-Kampagne wurde seit dem 1. September 2.662-mal eingeblendet und 22-mal angeklickt. Das entspricht einer Klickrate von 0,83 %. Für die bisherigen Klicks wurden insgesamt 37,77 € ausgegeben. Ein Klick kostete durchschnittlich 1,72 €, der CPM lag bei 14,19 €. Als Tagesbudget waren 15 € eingestellt.
Bisher wurde noch keine Conversion erfasst. Wir können deshalb noch nicht beurteilen, ob die Kampagne tatsächlich Anfragen oder neue Kunden bringt. Nach nur 22 Klicks wäre eine abschließende Bewertung ohnehin zu früh. Die bisherigen Zahlen zeigen zunächst nur, dass die Anzeigen ausgespielt und angeklickt werden.
Auf der Anzeigengruppenebene lässt sich später vergleichen, welche Themen und Kontexthinweise am besten funktionieren. Aktuell gibt es nur eine Anzeigengruppe. Deshalb sind ihre Ergebnisse mit den Kampagnenwerten identisch. Künftig könnten wir SEO, GEO, Local SEO und Google Ads in getrennten Anzeigengruppen testen.
Auf der Anzeigenebene sind bereits erste Unterschiede sichtbar. Die allgemeine SEMSEO-Anzeige erzielte 1.675 Impressionen und 15 Klicks. Die Anzeige zur SEO-Agentur München kam auf 987 Impressionen und 7 Klicks. Die allgemeine Anzeige wurde etwas häufiger angeklickt, während der Klickpreis bei der Münchner Anzeige geringfügig niedriger war.
Die Daten reichen noch nicht aus, um einen klaren Gewinner zu bestimmen. Entscheidend ist später nicht nur, welche Anzeige mehr Klicks erhält, sondern welche Variante tatsächlich qualifizierte Anfragen erzeugt.
Erweiterte Auswertung mit UTM-Parametern und Schnittstellen
Für eine genauere Auswertung können die Zielseiten der Anzeigen mit einheitlichen UTM- und weiteren Abfrageparametern versehen werden. Das entsprechende Feld befindet sich auf Kampagnenebene und ist optional. Unterstützt werden die dynamischen Vorlagenwerte {campaign_id}, {ad_group_id}, {ad_id}, {ad_account_id} und {oppref}.
Eine mögliche Parameterstruktur sieht beispielsweise so aus:
utm_source=chatgpt&utm_medium=paid&utm_campaign=semseo-solutions&utm_id={campaign_id}&utm_content={ad_id}&ad_group_id={ad_group_id}
Die Parameter müssen somit nicht für jede Anzeige einzeln hinterlegt werden. Beim Klick ersetzt das System die Vorlagenwerte automatisch durch die IDs des Anzeigenkontos, der Kampagne, der Anzeigengruppe und der ausgespielten Anzeige. Dadurch lassen sich Zugriffe aus ChatGPT Ads in Google Analytics 4 erkennen und differenzierter zuordnen. So kann überprüft werden, ob aus den erfassten Anzeigenklicks tatsächlich Sitzungen, Kontaktanfragen oder andere Zielhandlungen entstehen.
Zusätzlich stellt OpenAI eine Advertiser API zur Verfügung. Über den Insights-Endpunkt lassen sich aggregierte Leistungsdaten wie Impressionen, Klicks, Ausgaben, CTR, CPC und CPM automatisiert auf Konto-, Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigenebene abrufen. Die Daten können beispielsweise in eigene Dashboards, Tabellen oder Reporting-Systeme übertragen werden. Gerade angesichts der derzeit noch eingeschränkten Auswertungsmöglichkeiten im Ads Manager ist diese Schnittstelle interessant.
Konkrete Chatverläufe, Nutzerfragen oder eine klassische Suchbegriffsliste wie bei Google Ads werden über die API allerdings nicht bereitgestellt. Die Schnittstelle zeigt daher, welche Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen funktionieren, aber nicht, bei welchen exakten Gesprächsformulierungen die Anzeigen ausgespielt wurden.
Conversion-Tracking regelmäßig kontrollieren
ChatGPT Ads optimieren erfordert selbst von erfahrenen Profis einiges an Know-how, um die Anzeigen effizient zu steuern. Ein funktionierendes Conversion-Tracking bildet die Grundlage jeder datenbasierten Optimierung. Deshalb sollte regelmäßig geprüft werden, ob die definierten Ereignisse korrekt erfasst und den Kampagnen zugeordnet werden. Dazu gehören sowohl der OpenAI Pixel als auch eine gegebenenfalls eingesetzte Conversions API.
Abweichungen zwischen Ads Manager und Google Analytics 4 sind nicht automatisch ein Trackingfehler. Sie können unter anderem durch unterschiedliche Attributionsmodelle, fehlende Einwilligungen oder eine verzögerte Datenverarbeitung entstehen. Entscheidend ist daher, die Entwicklung über einen längeren Zeitraum zu betrachten und zusätzlich die Qualität der tatsächlich eingegangenen Anfragen zu bewerten.
- UTM-Parameter zur Auswertung in GA4
- Advertiser API für automatisierte Reports und eigene Dashboards
- Pixel und Conversions API zur zuverlässigen Erfassung der Zielhandlungen
Fazit: ChatGPT Ads datenbasiert optimieren
Die bisherige Datenbasis unserer ChatGPT-Ads-Kampagne ist mit 22 Klicks noch zu gering, um belastbare Rückschlüsse zu ziehen. Bislang wurde keine Conversion erfasst und der durchschnittliche Klickpreis liegt mit 1,72 Euro über einem Euro. Ob sich ChatGPT Ads für die Gewinnung qualifizierter Anfragen wirtschaftlich lohnen, lässt sich daher noch nicht abschließend beurteilen.
In den kommenden Wochen werden wir die Kampagne weiter ausbauen, zusätzliche Anzeigengruppen und Anzeigenvarianten testen sowie die Kontexthinweise gezielt verfeinern. Entscheidend wird sein, ob aus den Klicks tatsächlich relevante Anfragen entstehen. Die weitere Entwicklung und neue Erkenntnisse werden wir regelmäßig in diesem Beitrag ergänzen.










