Grounding Page: Was ist das schon wieder – und bringt das wirklich etwas für KI-Sichtbarkeit?

Grounding Page: Was ist das schon wieder – und bringt das wirklich etwas für KI-Sichtbarkeit?
SEMSEO Solutions / KI & GEO

Grounding Page. Noch ein neuer Begriff, den wir jetzt zusätzlich zu SEO, GEO, LLMO, KI-SEO und llms.txt brauchen?

So ungefähr war auch mein erster Gedanke.

Ein Kollege hat mich auf das Thema Grounding Pages aufmerksam gemacht. Da wir uns bei SEMSEO Solutions intensiv mit KI-Sichtbarkeit und Generative Engine Optimization beschäftigen, wollte ich natürlich wissen, was dahintersteckt.

Also nicht lange theoretisiert, sondern direkt ausprobiert und für SEMSEO Solutions eine eigene Grounding Page erstellt.

Vorweg eine wichtige Einordnung: Eine Grounding Page ist kein Wundermittel für mehr Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Google AI Overviews. Ich würde sie eher als einen weiteren möglichen Input für KI-Systeme verstehen. Einen von vielen.

Das Konzept finde ich trotzdem interessant genug, um es hier einmal in Ruhe durchzugehen – inklusive dem, was ich beim eigenen Test gelernt habe.

Was ist eine Grounding Page überhaupt?

Im Kern ist die Idee ziemlich simpel.

Eine Grounding Page ist eine zentrale Seite, auf der möglichst eindeutige und überprüfbare Informationen über ein Unternehmen, eine Person, eine Marke oder eine andere Entität zusammengeführt werden. Keine Marketingtexte, keine Storytelling-Ebene – sondern Fakten, klar benannt und mit den jeweiligen Primärquellen verknüpft.

Nehmen wir SEMSEO Solutions als Beispiel.

Wer oder was ist SEMSEO Solutions? Wer steckt dahinter? Wo befindet sich das Unternehmen? Welche Leistungen gehören tatsächlich dazu? Und welche Seiten sind dafür die offiziellen Quellen?

Genau solche Informationen lassen sich auf einer Grounding Page strukturiert zusammenfassen, etwa so:

  • SEMSEO Solutions ist das Unternehmen.
  • Khoa Nguyen ist Gründer und Inhaber.
  • Der Hauptstandort befindet sich in München, ein weiterer in Berlin-Spandau.
  • SEO, KI-SEO, GEO, Linkaufbau und Google Ads gehören zu den Leistungsbereichen.
  • Die jeweiligen Leistungsseiten sind die weiterführenden Primärquellen.

Für einen Menschen klingt das ziemlich banal – klar, wer bin ich, wo sitze ich, was mache ich.

Für Maschinen sind genau diese eindeutigen Beziehungen aber offenbar interessant, weil sie sie sonst mühsam aus verstreuten, teils widersprüchlichen Quellen zusammenpuzzeln müssen.

Warum könnte das für KI-Systeme relevant sein?

Genau hier wird es für mich spannend.

Wir optimieren Websites seit Jahren für Suchmaschinen: Wir erstellen Inhalte, setzen interne Links, bauen strukturierte Daten ein, stärken Entitäten und versuchen Google möglichst eindeutig zu vermitteln, worum es auf einer Website geht.

Mit generativer KI kommt eine weitere Ebene hinzu.

ChatGPT, Gemini, Perplexity und Co. müssen Informationen nicht nur finden. Sie müssen im Idealfall auch verstehen, welche Informationen zusammengehören und welcher Quelle sie zuzuordnen sind.

Ein einfaches Beispiel: Ein Unternehmen hat einen Standort in München und einen weiteren in Berlin. Auf Seite A wird München genannt, auf Seite B Berlin, und auf einem externen Branchenportal taucht vielleicht noch eine veraltete Adresse auf. Was gilt jetzt?

Eine sauber aufgebaute Grounding Page kann das zumindest auf der eigenen Domain eindeutig klären:

„SEMSEO Solutions ist ein Unternehmen mit Hauptstandort in München und einem weiteren Standort in Berlin-Spandau.“

Damit liefere ich eine klare Information aus erster Hand. Ob und wie ein bestimmtes KI-System diese Information anschließend tatsächlich verwendet, steht auf einem anderen Blatt – das kann und will ich mir nicht anmaßen zu garantieren.

Also einfach Grounding Page erstellen und bei ChatGPT ranken?

Nein.

Und genau das ist mir bei diesem Thema wichtig.

Im GEO-Umfeld entstehen momentan sehr schnell neue Begriffe und vermeintliche Geheimtipps. Teilweise entsteht der Eindruck, man müsse nur eine bestimmte Datei erstellen, ein Schema einbauen oder eine neue Art von Seite veröffentlichen, und schon taucht das eigene Unternehmen überall in KI-Antworten auf.

So funktioniert es meiner Einschätzung nach nicht.

Eine Grounding Page ist kein direkter Rankingfaktor für ChatGPT und auch kein garantierter Weg in Gemini, Perplexity oder Google AI Overviews. Mir ist auch kein offizieller Standard bekannt, der KI-Systeme dazu verpflichtet, eine Seite besonders zu berücksichtigen, nur weil wir sie „Grounding Page“ nennen.

Warum habe ich trotzdem eine gebaut? Weil das zugrunde liegende Prinzip für mich Sinn ergibt – dazu gleich mehr.

Ein Input von vielen

Genau so würde ich Grounding Pages aktuell einordnen: als einen Input von vielen.

Wenn ich möchte, dass Maschinen mein Unternehmen möglichst eindeutig verstehen, sollte ich ihnen konsistente Informationen zur Verfügung stellen. Dazu gehören aus meiner Sicht:

  • gute, fachlich fundierte Inhalte
  • eindeutige Unternehmensinformationen
  • saubere interne Verlinkung
  • strukturierte Daten
  • nachvollziehbare Autoren
  • relevante externe Erwähnungen
  • hochwertige Backlinks
  • konsistente Unternehmensprofile auf Drittplattformen
  • thematische Autorität im eigenen Themengebiet
  • eindeutige Entitäten und deren Beziehungen zueinander

Und möglicherweise eben auch eine Grounding Page als zusätzlicher Baustein.

Keine einzelne dieser Maßnahmen garantiert KI-Sichtbarkeit. Zusammen können sie aber ein deutlich klareres digitales Gesamtbild eines Unternehmens ergeben – und genau darauf kommt es meiner Meinung nach an.

Was habe ich auf unserer Grounding Page konkret gemacht?

Ich habe das Konzept direkt für SEMSEO Solutions getestet – hier ist das Ergebnis.

Dabei wollte ich bewusst keine zweite Über-uns-Seite und auch keinen mit Keywords vollgestopften SEO-Text erstellen. Stattdessen habe ich versucht, die wesentlichen Fakten möglichst eindeutig abzubilden: das Unternehmen selbst, meine Rolle als Gründer und Inhaber, unsere Standorte sowie unsere zentralen Leistungsbereiche.

Diese Informationen sind wiederum direkt mit den entsprechenden Primärquellen auf unserer Website verknüpft. Geht es beispielsweise um KI-SEO und GEO, verweist die Grounding Page auf unsere entsprechende Fachseite. Das Gleiche gilt für Linkaufbau oder Google Ads.

So entsteht – vereinfacht dargestellt – eine Struktur wie:

Unternehmen → Person → Standort → Leistung → Primärquelle

Diese Beziehungen lassen sich zusätzlich mit strukturierten Daten auszeichnen.

Brauche ich dafür strukturierte Daten?

Ich halte die Kombination für sinnvoll.

Auf der eigentlichen Seite stehen die Informationen ganz normal in HTML und sind damit für Menschen, Suchmaschinen und andere Systeme lesbar. Zusätzlich lassen sich wichtige Beziehungen über Schema.org beziehungsweise JSON-LD explizit auszeichnen, etwa:

  • Organization → founder → Person
  • Service → provider → Organization

Dadurch wird noch einmal maschinenlesbar beschrieben, wie die einzelnen Entitäten miteinander verbunden sind.

Aber auch hier gilt: Nur weil ich irgendwo Organization, Person und Service in ein JSON-LD schreibe, werde ich dadurch nicht automatisch zur wichtigsten Quelle für ein KI-System. Die Informationen müssen stimmen und mit dem Rest der Website übereinstimmen – strukturierte Daten machen falsche oder widersprüchliche Angaben nicht plötzlich glaubwürdig.

Ist eine Grounding Page das Gleiche wie llms.txt?

Nein, und das wird schnell miteinander vermischt.

Eine Grounding Page ist zunächst eine ganz normale HTML-Seite. Sie kann von Menschen besucht, intern verlinkt und von Suchmaschinen ganz regulär gecrawlt werden.

llms.txt verfolgt einen anderen Ansatz: Dabei handelt es sich um eine Datei, über die relevante Inhalte beziehungsweise Ressourcen einer Website strukturiert für LLM-bezogene Anwendungen aufgeführt werden können. Ob und in welchem Umfang einzelne KI-Anbieter solche Ansätze tatsächlich berücksichtigen, muss man ohnehin immer separat betrachten.

Ich sehe hier auch keinen Grund für ein Entweder-oder. Viel interessanter finde ich die Frage, ob die gesamte Informationsarchitektur einer Website für Maschinen überhaupt nachvollziehbar ist – eine Grounding Page und llms.txt können sich in diesem Sinne durchaus ergänzen.

Wo sehe ich die Grenzen?

Ich würde aktuell definitiv nicht empfehlen, für viel Geld eine Grounding Page erstellen zu lassen und anschließend auf massive Verbesserungen der KI-Sichtbarkeit zu warten. Dafür gibt es schlicht zu viele andere Faktoren.

Wenn ein Unternehmen online kaum erwähnt wird, wenig relevante Inhalte besitzt und keine Autorität in seinem Themengebiet aufgebaut hat, wird eine zusätzliche Grounding Page dieses Problem nicht lösen.

GEO funktioniert meiner Ansicht nach nicht über einen einzelnen technischen Trick – das kennen wir eigentlich schon aus dem klassischen SEO. Ein Title allein bringt keine Top-Rankings. Schema Markup allein bringt keine Top-Rankings. Ein Backlink allein bringt keine Top-Rankings. Es ist immer das Zusammenspiel vieler Signale. Bei KI-Sichtbarkeit dürfte es nicht anders sein.

Trotzdem: Warum finde ich das Konzept interessant?

Weil eine Grounding Page vergleichsweise einfach umzusetzen ist und ein grundsätzlich sinnvolles Problem adressiert:

Wie kann ich möglichst eindeutig definieren, wer ich bin und welche Informationen zu meiner Entität gehören?

Selbst wenn man die KI-Komponente komplett ausblendet, ist das keine schlechte Übung. Viele Unternehmenswebsites haben nämlich genau an dieser Stelle Probleme: Auf einer Seite steht eine alte Unternehmensbeschreibung, auf einer anderen eine andere Adresse. Leistungen werden unterschiedlich bezeichnet. Personen sind nicht eindeutig mit dem Unternehmen verknüpft, und externe Profile enthalten wiederum abweichende Angaben.

Eine Grounding Page zwingt einen fast dazu, diese Informationen einmal sauber zusammenzutragen. Allein deshalb fand ich den Test lohnenswert.

Mein Zwischenfazit nach dem Test

Ich würde eine Grounding Page aktuell weder als revolutionäre GEO-Maßnahme feiern noch als unnötige Spielerei abtun.

Für mich ist sie ein weiterer Baustein innerhalb einer größeren KI-SEO- und GEO-Strategie. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Sie kann eine eindeutige Primärquelle schaffen, Entitäten miteinander verbinden und Maschinen zusätzliche strukturierte Informationen über ein Unternehmen zur Verfügung stellen. Ob daraus am Ende tatsächlich mehr Erwähnungen in ChatGPT, Gemini, Perplexity oder AI Overviews entstehen, lässt sich seriös nicht allein auf diese eine Maßnahme zurückführen.

Ich werde deshalb auch unsere eigene Grounding Page weiter beobachten und testen – und in ein paar Monaten berichten, ob und was sich dadurch messbar verändert hat.

Genau das finde ich momentan am Thema GEO besonders spannend: Wir befinden uns in einem Bereich, in dem sich viele Methoden erst entwickeln. Nicht jede neue Idee wird sich langfristig durchsetzen. Aber einige davon sind interessant genug, um sie auszuprobieren, zu messen und anschließend nüchtern zu bewerten.

Die Grounding Page gehört für mich momentan genau in diese Kategorie.

Fragen zu eurer eigenen KI-Sichtbarkeit?

Wir schauen uns gern an, wo ihr aktuell steht – von Entity-Klarheit bis zum laufenden GEO-Tracking.

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Khoa Nguyen
Diplom-Handelslehrer, SEO-Freelancer und Inhaber von SEMSEO Solutions. Spezialisiert auf OffPage-SEO, Content-Strategien und Generative Engine Optimization, mit über 17 Jahren Erfahrung im Online-Marketing.

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Khoa Nguyen

Über den Autor

Khoa Nguyen ist Diplom-Handelslehrer, SEO-Freelancer und Inhaber der 2025 gegründeten SEO Agentur SEMSEO Solutions. Er gilt als Spezialist für OffPage-SEO, Content-Strategien und Generative Engine Optimization. Mit über 17 Jahren Erfahrung im Online-Marketing unterstützt er Unternehmen dabei, nachhaltige Sichtbarkeit in klassischen Suchmaschinen und zunehmend auch in KI-gestützten Such- und Antwortsystemen aufzubauen.

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