Die Entwicklung im Online-Marketing schreitet rasant voran – beinahe täglich entstehen neue Begriffe wie GEO, AIO oder LLMO. Besonders im Bereich der Generative Engine Optimization (GEO) haben sich bereits erste Agenturen und Spezialisten positioniert. Doch handelt es sich bei GEO nur um den nächsten großen Hype – oder steckt tatsächlich Substanz dahinter? In diesem Beitrag zeige ich dir, was hinter GEO steckt und wie sich diese Disziplin in die Welt der Suchintelligenz (SI) und modernen Suchmaschinenoptimierung einfügt.
Was bedeutet GEO (Generative Engine Optimization)?
GEO steht für Generative Engine Optimization – die gezielte Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Suchsysteme wie Google SGE, Bing mit Copilot oder Perplexity. Ziel ist es, mit den eigenen Inhalten in den generierten Antwortfeldern dieser Plattformen sichtbar zu sein – vergleichbar mit Featured Snippets, jedoch deutlich dynamischer und KI-basiert.
Im Kern geht es bei GEO darum, Inhalte so aufzubereiten, dass sie für KI-Modelle besonders verständlich, zitierfähig und nutzerzentriert sind. Das erfordert ein tiefes Verständnis für semantische Zusammenhänge, Nutzerintentionen und die strukturierte Präsentation von Informationen.
Da sich der organische Traffic zunehmend von klassischen Suchergebnissen hin zu KI-generierten Antworten verschiebt, gewinnt GEO als Bestandteil moderner SEO-Strategien stark an Bedeutung.
Worauf kommt es bei GEO an?
- Inhalte für konkrete Nutzerfragen formulieren (W-Fragen, How-tos, Definitionen)
- Klare FAQ-Abschnitte, strukturierte Daten und semantische Gliederung nutzen
- Neue Plattformen wie Perplexity oder Bing Copilot aktiv beobachten
- Analysieren, welche Inhalte in Antwortboxen zitiert oder referenziert werden
Welche Plattformen sind für Generative Engine Optimization (GEO) relevant?
GEO zielt darauf ab, Inhalte so aufzubereiten, dass sie in den Antwortfeldern generativer KI-Suchsysteme erscheinen. Neben Google selbst entwickeln mittlerweile mehrere Plattformen eigenständige KI-Suchlösungen, die Inhalte aus dem Web interpretieren, zusammenfassen und zitieren. Hier sind die wichtigsten Systeme im Überblick:
Google SGE (Search Generative Experience)

Google SGE befindet sich noch in der Testphase (Stand: Juli 2025), ist aber ein zentraler Bestandteil der Zukunft des Suchens. Hier werden KI-generierte Antworten über den organischen Suchergebnissen angezeigt – mit Verweisen auf Quellen. GEO-optimierte Inhalte mit semantischer Struktur, klarer Intention und fachlicher Tiefe haben gute Chancen, dort aufzutauchen.
Perplexity.ai

Perplexity kombiniert KI-generierte Antworten mit transparenten Quellenangaben. Besonders gut werden Inhalte gerankt, die Fragen klar beantworten, eine strukturierte Formatierung aufweisen (z. B. Listen, FAQs) und aus vertrauenswürdigen Domains stammen. Perplexity eignet sich ideal, um GEO-Strategien zu testen und Inhalte „zitierfähig“ zu gestalten.
Bing mit Copilot

Microsofts Bing nutzt GPT-Modelle, um KI-Antworten direkt in die Suchergebnisse zu integrieren. Dabei wird sowohl auf eigene Indizes als auch auf verlinkte Quellen zugegriffen. Wichtig sind hier eine starke technische Basis, semantisches Entity-Matching sowie Social Signals, etwa durch Verlinkungen auf LinkedIn, X/Twitter oder Reddit.
SearchGPT (ChatGPT mit Browsing)

Wenn ChatGPT in Kombination mit Browsing (z. B. GPT-4o + Bing) genutzt wird, greift das Modell aktiv auf Websites zu. Inhalte mit klarer Struktur, Autorenprofilen, aktualisiertem Datum und vertrauenswürdiger Tonalität werden bevorzugt zitiert. GEO-relevante Inhalte sollten exakt auf die Suchintention zugeschnitten sein.
You.com (YouChat)
You.com verfolgt einen stark nutzerzentrierten Ansatz und zeigt KI-Antworten mit nachvollziehbaren Quellen. GEO-Inhalte mit klarer Gliederung, nutzerorientierter Sprache und technischer Sauberkeit können hier sichtbar werden – auch für Nischenthemen.
Brave Search (mit AI Summarizer)
Die auf Datenschutz ausgelegte Suchmaschine Brave bietet einen KI-basierten Summarizer, der Inhalte aus eigenen Suchergebnissen zusammenfasst. Hier zählen GEO-Inhalte mit hoher Informationsdichte, klarer Semantik und gut lesbarer Formatierung.
Claude (Anthropic)
Claude wird vorrangig im Enterprise-Kontext eingesetzt, doch auch Webdaten können – z. B. in öffentlich zugänglichen Anwendungen – verarbeitet werden. GEO-relevante Inhalte mit faktenbasiertem Mehrwert, guter Formatierung und eindeutigen Autoreninfos sind hier hilfreich.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur klassischen Google SEO
Generative Engine Optimization (GEO) ist kein radikaler Bruch mit der klassischen SEO-Welt – vielmehr eine Weiterentwicklung bestehender Prinzipien. Viele Grundlagen, die für ein gutes Google-Ranking gelten, bleiben auch im Kontext von KI-gestützten Suchsystemen wie Perplexity, Bing Copilot oder Google SGE relevant. Wer bereits auf sauberen Code, semantisch starke Inhalte und eine durchdachte interne Verlinkung setzt, ist gut vorbereitet.
Was haben GEO und klassische SEO gemeinsam?
Technische Standards wie HTTPS, schnelle Ladezeiten und strukturierte Daten helfen nicht nur im klassischen Google-Index, sondern verbessern auch die Sichtbarkeit in KI-Antwortboxen. Auch Inhalte, die klar gegliedert sind, W-Fragen beantworten und echten Mehrwert bieten, werden von beiden Welten geschätzt.
Selbst im OffPage-Bereich gibt es Überschneidungen – Stichwort: vertrauenswürdige Quellen, Brand Mentions oder Autorenprofile. Wer den Fokus auf EEAT gelegt hat, wird auch bei GEO im Vorteil sein.
Wo liegen die Unterschiede zwischen GEO und klassischer SEO?
Doch GEO geht einen Schritt weiter: Nicht nur klassische Backlinks zählen, sondern die Zitierfähigkeit der Inhalte selbst. Denn in KI-gestützten Systemen entscheidet nicht ein Algorithmus allein über Platzierungen – sondern ein Sprachmodell darüber, welche Inhalte als vertrauenswürdig, prägnant und hilfreich gelten. Das bedeutet: Inhalte müssen nicht nur gefunden, sondern auch verstanden, extrahiert und kontextuell verwertet werden können.
Während Google SEO stark auf Rankings, strukturierte Signale und Linkprofile setzt, basiert GEO auf semantischer Klarheit, Relevanz und einer Sprache, die sich leicht in Antwortboxen übernehmen lässt. Was zählt, ist nicht nur wo ein Inhalt steht, sondern wie gut er auf eine konkrete Frage antwortet – in klaren, nachvollziehbaren Formulierungen.
Außerdem gewinnen andere Formen von Autorität an Bedeutung: Erwähnungen in seriösen Quellen, gut gepflegte Autorenprofile oder die Fähigkeit, komplexe Themen einfach zu erklären. GEO belohnt Inhalte, die nicht nur gut optimiert, sondern auch zitierbar sind – im besten Fall sogar promptgerecht.
Wie optimiere ich nun meine Inhalte in GEO?
Wir gehen davon aus, dass eure Website technisch einwandfrei aufgestellt ist: schnelle Ladezeiten, keine gravierenden Fehler, stabile Core Web Vitals und eine saubere, logisch aufgebaute Seitenstruktur. Idealerweise habt ihr durch klassische Google-SEO bereits zentrale Faktoren wie strukturierte Inhalte, starke interne Verlinkung und hochwertige Backlinks umgesetzt – und seid mit euren Seiten schon gut im Ranking positioniert.
Genau das wird inzwischen auch von generativen KI-Plattformen honoriert. In diesem Fall gilt: Ihr müsst nicht bei null anfangen – nur gezielt nachjustieren.
Aber wir gehen vom Fall aus, dass eure Inhalte komplett neu sind. Da müssen wir auch bei null anfangen und uns überlegen, welche Inhalte denn bevorzugt werden.
Tipp: Suchintention richtig verstehen – wie Nutzer denken, nicht wie Suchmaschinen
Ein zentraler Erfolgsfaktor bei der Optimierung für generative Suchsysteme ist das Verständnis der Nutzerintention – also was Menschen wirklich wissen, lösen oder erreichen wollen, wenn sie eine Frage stellen. Dabei geht es nicht um Keywords, sondern um Bedürfnisse.
Stellt euch vor, warum jemand bei ChatGPT, Perplexity oder Google SGE etwas sucht:
- „Wo finde ich den besten Döner in Berlin?“
- „Was kostet ein Flug nach Bali?“
- „Liste mir gute SEO-Agenturen in München auf.“
- „Wie werde ich in KI-Suchergebnissen erwähnt?“
Neben den klassischen W-Fragen (Was, Wo, Wie, Warum etc.) sind auch direkte Befehlsformen wie „Zeig mir…“, „Liste…“ oder „Erkläre mir…“ typisch für KI-Eingaben. Häufig werden auch generische Begriffe wie „Steuererklärung 2025“ oder „beste Reisezeit Vietnam“ eingegeben – mit dem Ziel, schnell verwertbare Informationen zu erhalten.
Schaut auch in der Google Search Console die Suchanfragen der User genau an. Sie liefern wertvolle Inputs.
Was bedeutet das für eure Inhalte?
Optimiert Texte so, dass sie diese Intention direkt aufgreifen. Klare Antworten, verständliche Formulierungen, strukturierte Absätze, Listen oder FAQs – so erhöht ihr die Chance, von generativen Systemen zitiert zu werden. Keine SEO-Floskeln, kein Marketing-Blabla – sondern Inhalte, die direkt helfen.
Strukturierte Daten – unverzichtbar für SEO und GEO
Setzt auf strukturierte Daten – nicht nur, um Rich Snippets in der Google-Suche zu erzeugen, sondern vor allem, um das Verständnis eurer Inhalte durch Suchmaschinen und KI-Systeme zu verbessern. Denn: Je besser Maschinen eure Inhalte interpretieren können, desto eher werden sie zitiert oder hervorgehoben.
Besonders hilfreich sind folgende Markups:
- FAQPage – für klar beantwortete Nutzerfragen
- Article – mit author, datePublished, headline zur Stärkung von EEAT
- Person – z. B. für Expertenprofile oder Autorenboxen
- Product, LocalBusiness, BreadcrumbList – für konkrete Angebote, Unternehmen oder Navigation
Tipp: Beschäftigt euch aktiv mit dem Thema Entitäten in SEO. Denn genau hier setzt GEO an: Während strukturierte Daten in der klassischen SEO vor allem die CTR über Rich Snippets erhöhen, verbessern sie in der GEO-Welt die semantische Lesbarkeit und thematische Zuordnung durch KI-Systeme.
Backlinks & Trust-Erwähnungen: Was bei GEO wirklich zählt
Während klassische Backlinks im Google-SEO weiterhin ein zentraler Rankingfaktor sind, verschiebt sich der Fokus bei Generative Engine Optimization (GEO) zunehmend: Entscheidend ist nicht mehr nur, ob eine Seite verlinkt ist – sondern, ob sie von KI-Systemen als relevante, vertrauenswürdige und gut strukturierte Quelle erkannt wird.
Gerade Branchenseiten mit hoher Autorität spielen hier eine Schlüsselrolle. Im Bereich Restaurants, Hotels und Tourismus zitiert Perplexity auffällig häufig Plattformen wie Yelp, Tripadvisor oder OpenTable – nicht wegen Links, sondern wegen klar strukturierter Inhalte, Bewertungen und Kontextinformationen.
Bei Google SGE hingegen stehen in diesen Branchen vor allem Google Maps-Einträge, Featured Snippets und redaktionelle Inhalte mit starken EEAT-Signalen im Vordergrund.

Bing Copilot greift bevorzugt auf Plattformen wie LinkedIn, Reddit, Fachblogs oder Presseportale zurück – sofern der thematische Bezug stimmt.
Tipp: Denkt beim Linkbuilding über klassische Metriken hinaus. Erwähnungen auf von KI bevorzugten Plattformen sind oft wertvoller als ein themenfremder DoFollow-Link. Relevanz, Struktur und Zitierfähigkeit sind die neuen Währungen der Sichtbarkeit.
Tipp: Inhalte zitierfähig gestalten – kompakt, klar und KI-freundlich
Ein zentraler Erfolgsfaktor in der Generative Engine Optimization ist die Zitierfähigkeit eurer Inhalte. Plattformen wie Perplexity oder Bing Copilot bevorzugen Content, der direkt verwertbar ist – ohne langes Interpretieren oder Umformulieren.

Das gelingt, wenn eure Inhalte präzise, übersichtlich und logisch aufgebaut sind. Jeder Absatz sollte eine abgeschlossene Aussage enthalten, idealerweise als direkte Antwort auf eine konkrete Frage. Arbeitet mit klaren Zwischenüberschriften, Listen, Definitionen, Zahlen, Beispielen und – wo sinnvoll – strukturierten Daten.
Vermeidet unstrukturierte Textblöcke, Wiederholungen oder vage Formulierungen wie „man sagt“ oder „es wird angenommen“. Stattdessen: Kommt schnell auf den Punkt.
Denkt daran: Ihr schreibt nicht nur für Menschen, sondern auch für KI-Modelle – und die brauchen klaren, verständlichen Input, den sie problemlos extrahieren können. Nutzt gern auch KI-Tools zur Gliederung oder Vereinfachung eurer Texte.
Ihr habt noch Fragen oder braucht Unterstützung?
In den letzten Monaten haben wir uns intensiv mit KI-Optimierung, GEO (Generative Engine Optimization) und den entscheidenden Faktoren für die Sichtbarkeit in KI-Systemen beschäftigt. Besonders bei einem kompletten Neuaufbau einer Website kann die Optimierung deutlich anspruchsvoller sein als bei Seiten, die bereits umfassend SEO-optimiert wurden.
Wenn ihr gezielte Unterstützung im Bereich SEO oder GEO benötigt, nehmt gerne Kontakt mit mir auf – wir helfen euch als Online Marketing Agentur gern weiter.